Wie du einen akademischen Lebenslauf (Academic CV) aufbaust: Publikationen, Lehre, Drittmittel, Konferenzen, Länge und Unterschiede zum klassischen Lebenslauf.

Christian Arzberger
Gründer & Karriereberater, Karriereengel
Ein akademischer Lebenslauf unterscheidet sich vom klassischen Bewerbungslebenslauf. Er ist länger, enthält mehr Abschnitte und wird eher als Dokument der wissenschaftlichen Laufbahn gelesen als als Kurzprofil. Ob du dich auf eine Promotionsstelle, eine Postdoc-Position oder eine Professur bewirbst: Die Struktur folgt ähnlichen Regeln.
Wann du einen Academic CV brauchst
- Bewerbung auf Stellen an Universitäten und Forschungseinrichtungen
- Anträge auf Stipendien und Förderungen
- Bewerbungen auf wissenschaftliche Positionen in der Industrie, wenn Forschung im Mittelpunkt steht
Für Positionen in der freien Wirtschaft ist meist der klassische Lebenslauf besser, in dem Publikationen verdichtet erscheinen.
Aufbau
Eine bewährte Reihenfolge, die du an dein Fach anpassen kannst:
- Persönliche Daten: Name, Kontakt, akademische Titel, ggf. ORCID.
- Akademische Laufbahn: Studium, Promotion, Habilitation mit Titel der Arbeit und Betreuer/-in.
- Berufliche Stationen: Wissenschaftliche Stellen, Lehrstühle, relevante Tätigkeiten außerhalb der Hochschule.
- Publikationen: Nach Typ getrennt (begutachtete Zeitschriftenartikel, Buchbeiträge, Konferenzbeiträge), jeweils mit der aktuellsten Veröffentlichung zuerst.
- Drittmittel und Stipendien: Förderer, Summe, Rolle (Antragsteller/-in oder Mitantragsteller/-in).
- Lehre: Veranstaltungen, Betreuung von Abschlussarbeiten.
- Vorträge und Konferenzen: Eingeladene Vorträge getrennt von Beiträgen.
- Engagement: Gutachtertätigkeit, Gremien, Fachgesellschaften.
- Kenntnisse: Methoden, Software, Sprachen.
Länge
Im Gegensatz zum klassischen Lebenslauf ist die Seitenzahl kein Hauptkriterium. Drei bis vier Seiten sind für Promovierte nicht ungewöhnlich, mit zunehmender Laufbahn und Publikationsliste auch mehr. Wichtig ist, dass der Lebenslauf geordnet bleibt und die relevantesten Punkte am Anfang stehen. Wenn die Ausschreibung eine Länge nennt, halte dich daran.
Deutsch oder Englisch
Das hängt von der Ausschreibung und dem Fach ab. Internationale Positionen verlangen meist einen englischen CV. Bei deutschen Hochschulen kann eine deutsche Fassung üblich sein. Im Zweifel nutze die Sprache der Ausschreibung. Mehr zum englischen Aufbau findest du im Beitrag Lebenslauf auf Englisch.
Was du weglassen kannst
- Nebenjobs ohne Bezug zur Stelle, wenn die Stationen sonst lang genug sind
- Schulbildung vor dem Studium, außer sie ist ausdrücklich verlangt
- Hobbys, sofern sie nicht zur Position passen
Typische Fehler
- Publikationen ungeordnet: Eine Liste ohne Typen und Datumsreihenfolge ist schwer zu lesen.
- Rolle unklar: Bei Drittmitteln und Veröffentlichungen sollte erkennbar sein, was dein Beitrag war.
- Zu viele Details bei jungen Laufbahnen: Wer am Anfang steht, zeigt lieber Abschlussarbeit, Methoden und erste Beiträge als eine lange leere Liste.
ATS und Online-Portale
Viele Hochschulen nutzen Bewerberportale, die den Lebenslauf auslesen. Ein einspaltiges, textbasiertes PDF ist dort am sichersten. LaTeX-Vorlagen erzeugen meist sauberen Text, prüfe aber, ob sich der Text im PDF markieren und kopieren lässt. Mehr dazu auf der Seite ATS-Optimierung.
Kurz zusammengefasst
- Ein Academic CV ist ausführlicher als ein klassischer Lebenslauf.
- Wichtige Abschnitte: Laufbahn, Publikationen, Drittmittel, Lehre, Vorträge.
- Länge richtet sich nach Laufbahn und Ausschreibung, nicht nach einer festen Seitenzahl.
- Für Portale ein einspaltiges, textbasiertes PDF.

